Was ich noch sagen möchte
Was ich noch sagen möchte
Collage, Aquarell und Tusche auf Leinwand, 60x60cm; 2024
Nach dem Tod meiner Mutter im Jahr 2023 (mein Vater starb bereits 2004) ist ein Stapel Briefe zurück zu mir gelangt, die ich meinen Eltern im Alter zwischen 20 und 30 Jahren geschrieben hatte. Ich habe diese Briefe nochmals gelesen, habe sie auf Leinwände geklebt, mit Aquarellfarben bemalt und zusätzlich mit Tusche überschrieben.
Dieses Arbeiten hat mir meine Eltern nochmals sehr nahe gebracht. Auch wenn es kaum Unausgesprochenes zwischen uns gab, konnte ich ihnen Einiges nochmals sagen, vor allem: ich liebe Euch, ich vermisse Euch...
Auch das Adressbuch meiner Mutter ist nach ihrem Tod bei mir gelandet. Ihre Adressen brauchte weder sie noch sonst jemand mehr, ich wollte es aber auch nicht fortwerfen. Ich habe es auseinandergenommen, auf Leinwand geklebt, mit Aquarellfarbe übermalt und überschrieben.
Frau Studi und Balu (so nannten wir sie) waren in unserer Kindheit zwei heissgeliebte Menschen, Nachbarn unserer Grosseltern mütterlicherseits, von derselben Generation und kinderlos.
Frau Studis feines baumwollenes Hochzeitskleid aus den 1920er Jahren ist über Umwege zu mir gekommen. Das Militär-Sackmesser habe ich vor Jahren von Balu geerbt, den Rasierpinsel von Frau Studi geschenkt erhalten.
Das Hochzeitskleid habe ich auseinandergetrennt und auf Leinwand geklebt, Sackmesser und Rasierpinsel habe ich «porträtiert». Auch hier habe ich (für andere nicht leserlich) geschrieben, was ich den beiden geliebten und verstorbenen Menschen noch sagen möchte.












